LIV Golf ist zahlungsunfähig. War der Angriff auf die PGA Tour trotzdem ein Erfolg?
Über fünf Milliarden Dollar, zwei Major-Siege, ein Insolvenzantrag: die Geschichte von LIV Golf in fünf Akten und was die Golfbranche daraus lernt.

Im Oktober 2021 trat LIV Golf an, um das Profigolf neu zu ordnen, finanziert vom saudischen Staatsfonds PIF. Knapp fünf Jahre, mehr als fünf Milliarden Dollar und zwei Major-Siege später hat die Liga am 8. September 2026 Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Gescheitert? Für den Geldgeber ganz sicher. Für viele Spieler kaum. Und die PGA Tour ist heute eine andere als vor LIV. Die Geschichte in fünf Akten, eine Bilanz aus vier Blickwinkeln und die Frage, was Golfmarken, Clubs und Veranstalter daraus lernen können.
LIV Golf in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gründung | 29. Oktober 2021 |
| Erstes Turnier | 9. bis 11. Juni 2022, Centurion Club bei London |
| Ausgaben des Staatsfonds PIF | 5,3 Milliarden Dollar bis Februar 2026 (Newsletter Money in Sport) |
| Einnahmen aus Sponsoring 2025 | 102 Millionen Dollar, rund die Hälfte des Umsatzes (Insolvenzunterlagen) |
| Zuschauer im Hauptprogramm von Fox 2025 | 338.000 pro Übertragung, bei den Finalrunden 385.000. Finalrunden der PGA Tour: 2,66 Millionen |
| Major-Siege von LIV-Spielern | 2 (Brooks Koepka 2023, Bryson DeChambeau 2024) |
| Insolvenzantrag | 8. September 2026, Verbindlichkeiten 500 Millionen bis 1 Milliarde Dollar |
Akt 1: Die Gründung
Am 29. Oktober 2021 stellte sich LIV Golf Investments vor, mit Greg Norman als Chef und dem PIF als Mehrheitseigner. Der Name ist die römische Zahl 54: das Ergebnis, das ein Spieler erreicht, wenn er auf einem Par-72-Platz jedes Loch mit einem Birdie beendet, und zugleich die Zahl der Löcher pro Turnier.
Das Format brach mit fast allem, was Profigolf ausmachte. 48 Spieler in zwölf Teams zu je vier, 54 statt 72 Löcher, kein Cut, alle starten gleichzeitig. Jedes reguläre Turnier war mit 25 Millionen Dollar dotiert, 20 Millionen für die Einzelwertung, 5 Millionen für die Teams. Beim ersten Turnier im Juni 2022 im Centurion Club nördlich von London gewann Charl Schwartzel 4,75 Millionen Dollar. Das war mehr, als 2022 der Sieg bei einem Major einbrachte.
Phil Mickelson, der zum Gesicht der Anfangszeit wurde, hatte die Motivation schon Ende 2021 seinem Biografen beschrieben. Im Februar 2022 wurde das Gespräch öffentlich: Für ihn sei das eine einmalige Gelegenheit, die Art und Weise zu verändern, wie die PGA Tour funktioniert.
Akt 2: Geld gegen Stars
LIV kaufte, was ein neuer Wettbewerb am dringendsten braucht: bekannte Namen. Die Summen sind nie offiziell bestätigt worden. Laut Medienberichten erhielt Mickelson rund 200 Millionen Dollar, Dustin Johnson rund 125 Millionen, Bryson DeChambeau ebenfalls rund 125 Millionen, nach eigener Aussage sogar mehr. Brooks Koepka soll rund 100 Millionen garantiert bekommen haben, Cameron Smith im August 2022 mindestens 100 Millionen. Den größten Vertrag unterschrieb im Dezember 2023 Jon Rahm, mit Schätzungen zwischen 300 und rund 566 Millionen Dollar. Um Stars wie DeChambeau, Mickelson, Koepka und Johnson von der PGA Tour abzuwerben, gab LIV laut AP rund eine Milliarde Dollar aus.

Genauso aufschlussreich ist, wer nicht kam. Greg Norman bezifferte ein Angebot an Tiger Woods zunächst auf 700 bis 800 Millionen Dollar. Kurz darauf stellte er klar, dass darin der künftige Wert eines Teams eingerechnet war und Woods nie so viel Geld geboten wurde. Woods selbst hat die Summe nie bestätigt. Rory McIlroy sagte, ihm sei nie eine Summe genannt worden, und er habe einen Wechsel nie erwogen.
Akt 3: Krieg, Friedensplan, Stillstand
Die PGA Tour reagierte hart. Am 9. Juni 2022 sperrte sie 17 Spieler, die DP World Tour verhängte Geldstrafen von je 100.000 Pfund und Startverbote, die ein Schiedsgericht im April 2023 bestätigte. Spieler und später LIV selbst klagten in den USA wegen Wettbewerbsbeschränkung. PGA-Tour-Chef Jay Monahan stellte im Fernsehen die Frage, die die Stimmung der Zeit traf: „Mussten Sie sich je dafür entschuldigen, Mitglied der PGA Tour zu sein?“
Gleichzeitig rüstete die Tour auf. Im August 2022 kündigte sie aufgewertete Turniere mit durchschnittlich 20 Millionen Dollar Preisgeld und einen Bonustopf von 100 Millionen für ihre populärsten Spieler an. Das gesamte Preisgeld stieg von 421,8 Millionen Dollar in der Saison 2021/22 auf geplante 563 Millionen in der folgenden.
Dann kam der 6. Juni 2023. Ohne Vorwarnung verkündeten PGA Tour, DP World Tour und PIF eine Rahmenvereinbarung für ein gemeinsames Unternehmen, die Klagen wurden zurückgezogen. Monahan sagte noch am selben Abend vor Journalisten: „Mir ist klar, dass man mich einen Heuchler nennen wird.“ Es folgten eine Anhörung im US-Senat und eine Absage der Weltrangliste: Die LIV-Spieler seien gut genug für ein Ranking, spielten aber in einem Format, das sich nicht fair mit den anderen Touren vergleichen lasse. Die Frist für einen endgültigen Vertrag Ende 2023 verstrich.
Die PGA Tour holte sich das Geld stattdessen woanders. Im Januar 2024 stieg die Investorengruppe Strategic Sports Group mit 1,5 Milliarden Dollar bei der neu gegründeten PGA Tour Enterprises ein, bei einer Bewertung von über 12 Milliarden. Die Spieler erhielten Unternehmensanteile im Wert von 930 Millionen Dollar. Treffen im Weißen Haus im Februar 2025 brachten keinen Durchbruch. Im Juni 2025 berief die Tour Brian Rolapp zum CEO, im Sommer trat er an. Die Gespräche steckten fest, vor allem am Teamkonzept und an der Frage, ob LIV als eigene Liga weiterbesteht. Adam Scott fasste es im Januar 2026 knapp zusammen: „Ich würde sagen, sie sind im Moment unvereinbar.“
Akt 4: Spitzensport ohne Publikum
Sportlich lieferte LIV. Koepka gewann 2023 die PGA Championship, DeChambeau 2024 die US Open. Wirtschaftlich nicht. Der erste Fernsehvertrag mit dem US-Sender The CW von 2023 brachte keine Rechtegebühr, nur eine Umsatzbeteiligung. 2025 wechselte LIV zu Fox. Im Hauptprogramm des Senders sahen im Schnitt 338.000 Menschen zu, bei den Finalrunden 385.000. Die Finalrunden der PGA Tour kamen auf 2,66 Millionen, rund siebenmal so viele.
Die Zahlen der britischen LIV-Gesellschaft, die das Geschäft außerhalb der USA abbildet, zeigen das Missverhältnis: Bis Ende 2024 summierten sich die Verluste auf über 1,1 Milliarden Dollar, bei einem Umsatz von rund 65 Millionen im Jahr 2024. Für die gesamte Liga nennen die Insolvenzunterlagen Sponsoring-Einnahmen von 102 Millionen Dollar im Jahr 2025, etwa die Hälfte des Umsatzes.
Im Januar 2025 löste Scott O’Neil Greg Norman als Chef ab. Zur Saison 2026 stellte LIV auf 72 Löcher um und erhöhte die Preisgelder auf 30 Millionen Dollar pro Turnier. Im Februar 2026 gewährte die Weltrangliste erstmals Punkte, allerdings nur für die besten zehn eines Turniers.
Akt 5: Der Absturz
Mitte April 2026 stellte der Staatsfonds seine Strategie für 2026 bis 2030 vor. LIV kam darin nicht vor. O’Neil versicherte den Mitarbeitern: „Unsere Saison läuft genau wie geplant weiter, ohne Unterbrechung und mit Vollgas.“ Zwei Wochen später war es vorbei. Am 29. April berichtete das Wall Street Journal, am 30. April bestätigte der PIF: Die Finanzierung endet mit der Saison 2026. Die Begründung: Die langfristig nötigen Investitionen passten nicht mehr zur aktuellen Phase der Anlagestrategie. Den Rest der Saison finanzierte der Staatsfonds ab Juni nur noch über einen besicherten Kredit von 495 Millionen Dollar.
Danach ging es schnell. Das Turnier in New Orleans wurde verschoben und nie nachgeholt, Dienstleister klagten auf offene Rechnungen. Im Juli schloss sich die Asian Tour, die LIV mit 300 Millionen Dollar gefördert hatte, der PGA Tour und der DP World Tour an. Damit droht LIV der Weg in die Weltrangliste verloren zu gehen. Am 17. August wurde die Team-Meisterschaft abgesagt, beim Finale in Indianapolis halbierte sich das Preisgeld der Einzelwertung auf 10,1 Millionen Dollar. Mehrere Spieler warteten da schon auf Preisgeld aus dem Turnier davor. Wenige Tage nach dem Finale verloren rund 90 Prozent der Belegschaft ihre Stelle.
Am 8. September 2026 beantragte LIV Gläubigerschutz vor dem Insolvenzgericht in New Jersey. In der Kasse lagen noch rund 15 Millionen Dollar. Die Verbindlichkeiten liegen zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar, es gibt mehr als 1.000 Gläubiger. Unter den 30 größten ungesicherten Gläubigern sind 14 Spieler: Jon Rahm mit 7,47 Millionen Dollar, Bryson DeChambeau mit 5,77 Millionen, Dustin Johnson mit 5,49 Millionen. Selbst der Bundesstaat Louisiana wartet auf Geld.
Aufgegeben ist LIV trotzdem nicht. Schon mit dem Insolvenzantrag legte die Liga eine Vereinbarung mit dem Investor BC Partners Credit vor, am 5. Oktober eine überarbeitete Fassung: bis zu 300 Millionen Dollar Finanzierung, eine neue Liga, die zu 52,5 Prozent den Spielern, zu 45 Prozent den Investoren und zu 2,5 Prozent dem Management gehört, und für 2027 zehn Turniere mit 75 Spielern und erstmals mit Cut. Am 14. Oktober genehmigte Richter Michael B. Kaplan diese Vereinbarung und auf Antrag von LIV zugleich die Aufhebung der laufenden Verträge von 19 Spielern, darunter DeChambeau, Dustin Johnson und Cameron Smith. Seitdem sind sie frei: Sie können zu neuen Bedingungen bei „LIV 2.0“ unterschreiben oder anderswo spielen. Bis zum 25. Oktober müssen sich die Spieler entscheiden, ob genug zusagen, beurteilt der Investor. Bis Ende Oktober will LIV wissen, ob die neue Liga startet oder die alte abgewickelt wird. Die DP World Tour hat unterdessen angekündigt, Spieler der neuen Liga ab 2027 auszuschließen. Der Richter nannte das besorgniserregend, der Anwalt von LIV einen Versuch, in den Prozess mit den Spielern einzugreifen.
Wer gegangen ist und wer zurückkam
Zu LIV gegangen sind zwischen 2022 und 2023 unter anderem Mickelson, Johnson, DeChambeau, Koepka, Smith und Rahm. Der prominenteste Rückkehrer ist Brooks Koepka. Er verließ LIV Ende Dezember 2025 und kam im Januar 2026 über ein einmaliges Rückkehrprogramm auf die PGA Tour zurück, zu harten Bedingungen: fünf Millionen Dollar für einen wohltätigen Zweck, kein Bonus aus der FedExCup-Wertung 2026 und fünf Jahre keine Unternehmensanteile, deren Wert die Tour auf 50 bis 85 Millionen Dollar schätzte. DeChambeau, Rahm und Smith hätten das Programm ebenfalls nutzen können und lehnten ab. Patrick Reed verließ LIV Ende Januar 2026 ohne dieses Programm und durfte ab Ende August wieder auf der PGA Tour spielen.
Ein zweites Rückkehrprogramm soll es nicht geben. „Wir erwägen derzeit kein Rückkehrprogramm wie das im Januar“, sagte Rolapp Mitte September. „Regeln sind wichtig, und sie müssen durchgesetzt werden.“
Seit dem Insolvenzantrag lösen sich die Verträge. Sergio Garcia erreichte Anfang Oktober vor Gericht, dass er aus seinem Vertrag herauskommt. Jon Rahm ließ am 7. Oktober über seinen Anwalt erklären, die Bedingungen der neuen Liga seien für ihn inakzeptabel, und einigte sich eine Woche später mit LIV auf eine Trennung: Er verzichtet auf alle offenen Forderungen, laut Golf Digest einen neunstelligen Betrag aus dem Vertrag von Ende 2023, und erhält dafür die Rechte an seinem Namen und am Teamnamen Legion XIII zurück. Das Gericht muss im November zustimmen. Seine Mitgliedschaft auf der DP World Tour hat Rahm behalten. Louis Oosthuizen kündigte am 21. Oktober an, 2027 auf der DP World Tour zu spielen. Auch Adrian Meronk, David Puig, Charles Howell III, Thomas Pieters und Abraham Ancer haben sich verabschiedet, Joaquin Niemann prüft es laut Golf Digest. Öffentlich zur neuen Liga bekannt hatten sich vier Tage vor der Frist nur vier Spieler: Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell.
DeChambeau, dessen Vertrag das Gericht ebenfalls aufgehoben hat, arbeitet laut ESPN hinter den Kulissen weiter an der neuen Liga. Öffentlich festgelegt hat er sich bis zum 23. Oktober nicht. Seine Alternative hat er im Mai genannt: Er würde seinen YouTube-Kanal gern verdreifachen. Einen bequemen Weg zurück gibt es nicht. Laut Golf Digest spricht die PGA Tour mit Spielern erst, wenn sie nachweisen, dass sie aus ihren LIV-Verträgen heraus sind.
Erfolg oder Scheitern? Vier Bilanzen
Ob LIV gescheitert ist, hängt davon ab, wessen Bilanz man liest.
| Aus Sicht von | Was für einen Erfolg spricht | Was für ein Scheitern spricht |
|---|---|---|
| Geldgeber PIF | Weltweite Aufmerksamkeit, Verhandlungen auf Augenhöhe mit der PGA Tour | Über fünf Milliarden Dollar ausgegeben, kein Deal, Insolvenz |
| Spieler | Neunstellige Garantien, die nicht vom Spielergebnis abhingen | Offene Forderungen in Millionenhöhe, eingeschränkte Weltranglistenpunkte |
| PGA Tour | Höhere Preisgelder, neue Investoren, Spieler als Miteigentümer | Jahrelange Spaltung, Stars fehlten bei den Turnieren, hohe Kosten |
| Fans | Mehr Bewegung, neue Formate, Teamwettbewerbe | Die besten Spieler nur noch viermal im Jahr gemeinsam am Start |
Für die Spieler, die früh unterschrieben haben, war LIV wohl das beste Geschäft ihrer Karriere. Für den PIF war es ein teures Experiment. Und die PGA Tour hat unter Druck Reformen umgesetzt, die sie aus eigenem Antrieb vermutlich nicht so schnell angegangen wäre. Die Antwort auf die Titelfrage überlasse ich Ihnen.
Was die Golfbranche daraus lernen kann
1. Geld kauft das Angebot, aber nicht die Nachfrage
LIV hatte die Stars, die Turniere und die Preisgelder. Was fehlte, war ein Grund für Fans, regelmäßig einzuschalten: Ranglisten mit Bedeutung, gewachsene Rivalitäten, Gewohnheit. Dasselbe gilt im Kleinen. Eine Golfmarke kann sich Reichweite kaufen, ein Club ein neues Clubhaus bauen. Ob daraus Nachfrage wird, entscheidet sich an der Frage, warum jemand wiederkommen sollte.
2. Wer von einem Geldgeber lebt, lebt auf Zeit
LIV nahm 2025 laut den Insolvenzunterlagen 102 Millionen Dollar aus Sponsoring ein, etwa die Hälfte des Umsatzes. Ausgegeben hat die Liga laut The Athletic über 100 Millionen Dollar im Monat. Als der eine Geldgeber ausstieg, gab es kein zweites Standbein. Das Muster kennt die Branche auch aus dem Fall Good Good: Wer an wenigen Partnern hängt, fällt mit ihnen. Für Marken, die stark an einem Händler oder einem Werbekanal hängen, und für Clubs, die von wenigen Großsponsoren leben, ist das dieselbe Frage.
3. Ein neues Format braucht einen Platz im bestehenden System
LIV hat lange gegen die Weltrangliste gekämpft, weil sein Format sich nicht vergleichen ließ. Ohne Vergleich verlieren Ergebnisse ihre Bedeutung. Wer eine neue Kategorie schafft, ob eine neue Mitgliedschaftsform, ein neues Turnierformat oder ein neues Produkt, muss erklären, wo es im Bekannten hingehört, oder sehr viel Zeit und Geld in die Erklärung investieren. Selbst O’Neil rechnete bis zur Profitabilität mit fünf bis zehn Jahren.
4. Der Herausforderer verändert den Platzhirsch
Die PGA Tour von 2026 hat höhere Preisgelder, externe Investoren und Spieler als Miteigentümer. Das ist zu einem guten Teil das Werk von LIV. Etablierte Golfclubs erleben dasselbe mit der Vereinigung clubfreier Golfspieler, mit Topgolf und mit Public Golf: Neue Anbieter müssen nicht gewinnen, um den Markt zu verändern.
5. Wer Partner halten will, macht sie zu Eigentümern
Die PGA Tour hat ihren Spielern Unternehmensanteile im Wert von 930 Millionen Dollar zugeteilt, die neue LIV-Liga soll mehrheitlich den Spielern gehören. Beide Seiten haben gelernt, dass Geld allein keine Loyalität kauft, Beteiligung eher. Im Kleinen gilt das genauso. Ein Club, in dem Mitglieder mitgestalten, hält sie länger. Eine Marke, die Creator, Pros oder Händler am Erfolg beteiligt, statt sie nur zu bezahlen, hat Partner, die auch in schwierigen Zeiten bleiben.
Die Fragen, die bleiben
Gehört die Beziehung zu den Fans künftig den Touren, den Spielern oder den Creatorn auf YouTube? Kann ein Wettbewerb, der den Spielern gehört, wirtschaftlich besser funktionieren als einer, der einem Staatsfonds gehörte? Und braucht der Golfsport eine einzige große Tour, oder lebt er mit mehreren Formaten besser? Die Antworten entscheiden mit darüber, wohin Sponsoren, Marken und Medienbudgets im Golf in den nächsten Jahren fließen.
Häufige Fragen
Ist LIV Golf pleite?
LIV Golf konnte Dienstleister und Spieler nicht mehr vollständig bezahlen und hat am 8. September 2026 Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Das ist ein Sanierungsverfahren, keine Abwicklung. Am 14. Oktober 2026 genehmigte das Gericht die Vereinbarung mit dem Investor BC Partners Credit und hob die Verträge von 19 Spielern auf. Für 2027 sind zehn Turniere geplant. Ob die neue Liga startet, will LIV bis Ende Oktober entscheiden.
Wer hat LIV Golf finanziert?
Der saudische Staatsfonds PIF. Bis Februar 2026 hatte er nach Berechnung des Newsletters Money in Sport rund 5,3 Milliarden Dollar in LIV gesteckt. Die Finanzierung endete mit der Saison 2026 im August. Im Insolvenzverfahren ist der PIF nur noch Kreditgeber.
Welche Spieler sind von LIV zur PGA Tour zurückgekehrt?
Brooks Koepka kehrte im Januar 2026 über ein einmaliges Rückkehrprogramm zurück und zahlte unter anderem fünf Millionen Dollar für einen wohltätigen Zweck. Patrick Reed verließ LIV Ende Januar 2026 und durfte ab Ende August wieder auf der PGA Tour spielen. Jon Rahm hat sich im Oktober 2026 von LIV getrennt und auf seine offenen Forderungen verzichtet. Wo er 2027 antritt, ist offen, Mitglied der DP World Tour ist er geblieben.
Was bedeutet der Name LIV?
LIV ist die römische Zahl 54. So viele Löcher hatte ein LIV-Turnier ursprünglich, und 54 ist das Ergebnis, das ein Spieler mit einem Birdie an jedem Loch eines Par-72-Platzes erreicht.
Quellen
Stand: 23. Oktober 2026. Das Insolvenzverfahren läuft weiter, Vertragssummen der Spieler sind Medienberichte und im Text so gekennzeichnet.
- PR Newswire: Greg Norman Named CEO Of LIV Golf Investments, 29.10.2021
- Golf Monthly: What does LIV stand for?, 27.07.2022
- GolfMagic: Charl Schwartzel wins 4.75 million dollars, 11.06.2022
- The Boston Globe: Phil Mickelson rips PGA Tour again, 17.02.2022
- Golf Monthly: What Do LIV Golfers Get Paid?, 10.06.2022
- Yahoo Sports via AOL: Bryson DeChambeau said he was paid more than 125 million dollars to join LIV Golf
- Golf Monthly: How Much Did LIV Golf Pay Jon Rahm?, 08.12.2023
- NPR: Greg Norman says Tiger Woods turned down a 700 to 800 million dollar offer, 02.08.2022
- Golf.com: Greg Norman clarifies LIV offer to Tiger Woods, 20.08.2022
- Golf Digest: Rory McIlroy squashes LIV Golf rumors, 16.04.2024
- Sky Sports: Players suspended from the PGA Tour over LIV involvement, 10.06.2022
- AP via The Boston Globe: European tour wins ruling against LIV Golf, 06.04.2023
- CBS Sports: Jay Monahan addresses LIV Golf, 12.06.2022
- Golf Channel: PGA Tour announces sweeping changes, 24.08.2022
- Golf Digest: The increases in professional golf’s prize money and purses are staggering, 28.02.2023
- PGA Tour: PGA Tour, DP World Tour and PIF announce newly formed commercial entity to unify golf, 06.06.2023
- Golf.com: Jay Monahan defends PGA Tour-LIV merger, 06.06.2023
- Fortune/Bloomberg: Senate’s golf probe, 11.07.2023
- Golf Digest: LIV Golf denied World Ranking points, 10.10.2023
- Golf.com: Tiger Woods tells peers PGA Tour-SSG deal is sports history, 31.01.2024
- Golf Channel: PGA Tour rejects recent 1.5 billion dollar PIF offer, according to reports, 04.04.2025
- AP via News4JAX: Jay Monahan to leave next year as PGA Tour turns to NFL exec Brian Rolapp, 17.06.2025
- Golf.com: Rory McIlroy, Adam Scott provide bleak update on PGA-LIV talks, 22.01.2026
- Golf Digest: LIV Golf secures U.S. TV deal with The CW Network, 19.01.2023
- Awful Announcing: Season-long viewership spells disaster for LIV Golf compared to PGA Tour, 06.10.2025
- Front Office Sports: LIV Golf Lost 461 Million Dollars in Non-U.S. Operations in 2024, 03.10.2025
- Golf Digest: Greg Norman officially out as LIV Golf CEO, 15.01.2025
- AP via NBC Boston: LIV Golf increases total purse to 30 million dollars for 2026, 14.01.2026
- AP via News4JAX: LIV Golf to get world ranking points for the first time, 03.02.2026
- PGA Tour: Brooks Koepka and the Returning Member Program, 12.01.2026
- Golf Digest: Patrick Reed and others leave LIV Golf, seek reinstatement with PGA Tour, 28.01.2026
- Front Office Sports: Saudi PIF Will Have Spent More Than 6 Billion Dollars on LIV Golf by 2027, 23.02.2026
- Sky Sports: LIV Golf CEO Scott O’Neil says season will continue full throttle, 16.04.2026
- Golf.com: PIF statement, LIV Golf no longer consistent with investment strategy, 30.04.2026
- AP via The Boston Globe: LIV Golf has a new chairman and seeks new funding without Saudi backing, 30.04.2026
- Golf Digest: DeChambeau says he will focus on YouTube if LIV Golf ends, 06.05.2026
- Golf Digest: LIV Golf CEO deflects question on upcoming events, 09.06.2026
- Reuters via Daily Maverick: PGA Tour and DP World Tour announce partnership with Asian Tour, 21.07.2026
- Golf Channel: LIV Golf officially cancels Michigan event, 17.08.2026
- Golf Digest: LIV Golf slashes payouts amid reports of players not getting paid, 18.08.2026
- Telegraph via Yahoo: LIV Golf lays off 90 per cent of staff, 26.08.2026
- AP via NBC Sports Boston: LIV Golf files for bankruptcy protection, 08.09.2026
- Golf.com: LIV Golf files for bankruptcy, what we know, 08.09.2026
- Golfweek via Yahoo: To whom does LIV Golf owe money?, 08.09.2026
- Golf.com: 9 revealing findings inside LIV’s bankruptcy filings, 09.09.2026
- The Spokesman-Review/The Athletic: The decline of LIV Golf, 11.09.2026
- OutKick: Rolapp reiterates no returning member program, 15.09.2026
- Golf Channel: LIV Golf and BC Partners file restructuring support agreement, 05.10.2026
- Golf.com: LIV Golf’s latest bankruptcy filings call for two significant changes, 06.10.2026
- Golf Digest: Sergio Garcia let out of LIV Golf contract, but Jon Rahm’s deal remains in limbo, 06.10.2026
- Golf Digest: LIV Golf player commitment deadline delayed, 300 million dollar financing, 05.10.2026
- Front Office Sports: LIV readies for next phase of bankruptcy as court proceedings ramp up, 05.10.2026
- Golf Monthly: Jon Rahm to leave LIV Golf after three years, 07.10.2026
- NBC Sports: Jon Rahm will not return to LIV Golf due to unacceptable proposal terms, 07.10.2026
- Golf.com: LIV Golf’s latest bankruptcy hearing offers key future timeline, raises concerns, 14.10.2026
- AP via Yahoo Sports: Judge approves agreement between LIV Golf and BC Partners, 14.10.2026
- Golf Digest: Jon Rahm reaches separation agreement with LIV Golf, surrenders rest of contract, 15.10.2026
- Golf Digest: Another major champ leaves LIV Golf, just four players publicly committed days before deadline, 21.10.2026
Über den Autor
Claudio Lohs
MBA. 20+ Jahre in der Golfbranche als Spieler, Club-Präsident und Stratege. 12+ Jahre Marketing-Expertise in Brand Management und E-Commerce. Ich arbeite für Sie. Für niemanden sonst.
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